Geschichtenerzähler macht Kindern und Eltern viel Freude

Als viele Menschen weder schreiben und lesen konnten, lauschten sie herumreisenden Geschichtenerzählern, die über Helden und Sagen die Kultur ihres Volkes erhalten und verbreitet haben. Mal gereimt oder in Versen erleichterten sie den Zuhörern, das Gehörte im Gedächtnis zu behalten.

Vom Trojanischen Krieg über die Nibelungensage bis zu unseren Märchen waren die Geschichtenerzähler Unterhalter und Lehrer für Erwachsene und Kinder. Sehr spät in der Geschichte erfolgte die schriftliche Aufzeichnung. Aber damit ging auch der persönliche Reiz des Vortrags eines lebendigen Menschen, viel Gefühl und Spannung verloren.

Thomas Hoffmeister-Höfener aus Münster in Westfalen hat die Tradition des Erzählers in freier Rede wieder aufgegriffen und kultiviert. Die Kulturinitiative Pfeddersheim hatte ihn zum Pfeddersheimer Markt eingeladen. In seinem roten Zelt schafft er die Stimmung, wie sie in alten Zeiten im Beduinenzelt oder auf mittelalterlichen Marktplätzen geherrscht haben mag. Er steht oder sitzt erhöht vor seinen faszinierten Zuhörern, die auf dem Boden Platz genommen haben. Die intime Atmosphäre, ohne Störung von außen, lenkt alle Aufmerksamkeit auf ihn und seine Stimme. Sie leben mit, fragen und reden dazwischen, weinen und lachen.

So erfuhren seine kleinen und großen Gäste in Pfeddersheim spannendes und unterhaltsames über die Weisheit in einer Kokosnuss, über Noahs Hund in der Arche und den Ellenbogen seiner Frau, die Kuckucksuhr der brasilianischen Tante mit dem Papagei als Ansager der Zeit und die Macht der Farben auf uns und unsere Stimmung. So nur einige Beispiele aus dem reichen Repertoire des Erzählers.

Seine Zuhörer aller Altersklassen waren begeistert, haben diskutiert und mitgemacht. Der Lohn für Thomas Hoffmeister-Höfener war reicher Beifall.