Kulturinitiative Pfeddersheim e.V. besucht Ingelheim

Die diesjährige Exkursion der Kulturinitiative Pfeddersheim hatte Ingelheim als Ziel. Geführt vom ehemaligen Oberbürgermeister undVorsitzender des Historischen Vereins Herr Dr. Joachim Gerhard ging es in Niederingelheim um Karl den Großen und die sehr anschaulich und gut restaurierten Reste der Pfalzbauten in ihren gigantischen Ausmaßen. Das zugehörige Museum zeigt als wertvollstes Ausstellungsstück eine einzigartige Goldmünze mit dem Konterfei des Kaisers. Ein Modell der Pfalz und eine virtuelle Darstellung geben eine Vorstellung der reich ausgestatteten ehemaligen Räume. Obwohl Karl nur selten mit seinem großen Gefolge dort Hof gehalten hat, wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Er liebte diese Pfalz und – wie Dr. Gerhard schmunzelnd erwähnte – war ihm wohl wichtig, in der Nähe des Mainzer Bischofs aber nicht in Mainz zu wohnen. Viel öfter war er in Worms, dort jedoch wurden keine Reste einer möglichen Kaiserpfalz gefunden. Übrigensprofitiert Ingelheim noch heute davon, dass es in den Kriegenkeine Zerstörungen erlitt.

Zurzeit von Karl dem Großen regierten die Machthaber ihr riesiges Reich aus dem Sattel; sie waren fast ständig unterwegs zwischen Sachsen im Norden, der Bretagne im Westen, dem Kirchenstaat im Süden und Böhmen im Osten. Die Reste des weströmischen Reiches waren damals dünn bevölkert, voller Ruinen und die Stämme in ständigem Streit. Das Verdienst von Karl dem Karolinger lag darin, in vielen Heerzügen dieses Riesenreich zu befrieden und unter der Oberhoheit der Franken zu einigen. Dabei hat er nicht nur gekämpft sondern auch mit Unterstützung vieler neu gegründeter Klöster Recht geschaffen, durch Reformen der Landwirtschaft die Ernährung der Bewohner sichergestellt und durch Frieden unter den Völkern seinen Ruhm gemehrt. Damit wurde er zu „Karl dem Großen“.
Dr. Gerhard wusste viel und sehr anschaulich darüber zu erzählen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen haben wir den Rundgang unter Führung von Herrn Hartmut Geißler in Oberingelheim fortgesetzt. Dieser fast noch ganz von der ehemaligen Stadtmauer umgebene Ortsteil wird dominiert von der eindrucksvollen Burgkircheim Areal der ehemaligen Burg der Ingelheimer Grafen. Sie hat einebewegte Geschichte mit wechselnden Glaubensgemeinschaften. Vom begehbaren Wehrgang konnten wir uns einen Überblick über die Anlage verschaffen.

Sehr interessant waren die Ausführungen von Dr. Joachim Gerhard über das Programm der Stadt zur Restaurierung des Stadtteils Oberingelheim durch einen sorgfältig geplanten Bebauungsplan und moderaten Gestaltungsvorschriften während seiner Zeit als Oberbürgermeister. Dabei überzeugte seine kommunikative Vorgehensweise mit einem Beraterkreis aus Bauamt, Architekt, Denkmalschutz und Einwohnern, dem es gelang, ohne Streit und Gerichtsprozesse den Stadtteil unter Einhaltung des historischen Charakters vorbildlich in die Moderne zu überführen. Eine solche Vorgehensweise wäre auch für Pfeddersheim sehr wünschenswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Joachim Gerhard (4. v.l.)                                          

Text und Foto: Gerhard Haupt

Hinweis: http://www.ingelheim.de/kultur-tourismus/ mit einem guten Imagefilm.

 

Pulverturm in der Ortsbeiratssitzung

Lesen Sie dazu den Bericht der Wormser Zeitung vom 15.9.2016

http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/pulverturm-politiker-aus-worms-pfeddersheim-saehen-denkmal-gern-in-oeffentlicher-hand_17294660.htm

Viel Ärger erzeugt der Neubau in der Burgstraße, dessen Fertiggaragen in unmittebarer Nähe des unter Denkmalschutz stehenden Pulverturms errichtet wurden. Die untere Denkmalschutzbehörde hat zugestimmt.
Damit wurde eine weitere Bausünde in die empfindliche Umgebung der Altstadt von Pfeddersheim gestellt.Noch gibt es keine Lösung für dieses eigenmächtige  Handeln der Bauverwaltung. Der Investor hat sich wieder einmal durchgesetzt.

Foto: Zillien

Dies nahm die Kulturinitiative zum Anlass zu einer Protestaktion am "Tag des offenen Denkmals" Mitglieder und Bürger zu einer Diskussion vor Ort aufzurufen. Mehr als 25 Bürger fanden sich um 11 Uhr ein, darunter Mitglieder des Stadtrats von Worms und des Ortsbeirats. Überraschend war auch der verantwortliche Bauleiter des Investors erschienen. Ganz schnell entzündete sich eine lebhafte Diskussion. Die öffenlichen Vertreter bedauerten die mangelnde Abstimmung im Vorfeld, die fehlende Information des Ortsbeirats und damit der Verlust der Überlegung für alternative Vorschläge. Der Vertreter des Investors verteidigte sich mit der Eiinhaltung sämtlicher Vorschriften. Für Änderungswünsche sei der Bauträger nicht mehr zuständig, da alle Wohnungen bereits verkauft seien. Damit wäre auch der Vorschlag, den Turm in den Besitz der Gemeinde (oder Spitalstiftung) zu übertragen mit den einzelnen Eigentümern zu verhandeln. Er äußerte sogar, die KI möge sich finaziell beteiligen, was auf sofortige Ablehnung traf. Fast zwei Stunden dauerte die überwiegend sachliche Diskussion mit der Aufzählung der Versäumnisse und der Schwierigkeit, eine wie auch immer aussehende Veränderung herbeizuführen.

Damit ist belegt, dass der Wunsch der KI endlich das Versprechen aus dem "Ortsleitbild" für die Erstellung von Bebauungsplänen und einer Gestaltungsatzung äußerst dringend geworden ist. Zu viele Bausünden im Bereich der historischen Altstadt von Pfeddersheim sind allein im letzte Jahr entstanden. Das geringste, was man von der Verwaltung und den Gremien verlangen muss, ist die tatsächliche Abstimmung und ein Dialog mit allen Beteilgten vor der Genehmigung eines Bauvorhabens.

Die Ki wird weiter aktiv bleiben, dieses Ansinnen durchzusetzen.

Stadtrat Richard Grünewald (Grüne) Mitglied im Bauausschuss

Horst Spingler KS-bauservice GmbH und Co KG (ganz rechts)

 

Fotos: Felix Zillien (3) Gerhard Haupt (2); Text. Gerhard Haupt

Siehe auch: http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/stadtteile-worms/pfeddersheim/reihenhaus-kaeufer-mussten-den-pulverturm-in-worms-pfeddersheim-miterwerben_17287633.htm

Mitglieder der Kulturinitiative renovieren den Trullo in Pfeddersheim

In einer spontanen freiwilligen Aktion trafen sich einige handwerklich geschickte MitglTrullo neu gestrichen redieder der Kulturinitiative Pfeddersheim, um dem Trullo auf dem St.-Georgenberg neu zu streichen. Sowohl außen als auch innen war der Trullo in einem bedauernswerten Zustand. Er wurde gesäubert und mit neuer Fassadenfarbe von Simone Merz und Francesco Kuhl in leuchtendem weiß gestrichen. Unser Mitglied Detlef Kettner spendierte großzügig die Farbe. Jetzt kann man dieses besondere Denkmal wieder ohne Scham den vielen Besuchern von Pfeddersheim vorführen.

Termine

Kurzfassung der Geschichte von Pfeddersheim

Zusammnfassung der Serie , veröffentlicht 2015 im Paternusbote, verfasst von unserem Ehrenmitglied Felix Zillien ...weiterlesen

Gestaltungssatzung und Gestaltungsbeirat

Ortsrundgang mit den Grünen weiterlesen...Rundgang Grüne

Wormser Zeitung vom 24.9.2015.  weiter lesen...Kulturinitiative Pfeddersheim wirbt weiter für Gestaltungssatzung

Textvorlage der Kulturinitiative:weiter lesen...Mer heren net uf

Brief an unsere Mitglieder: weiter lesen...Allen Mitgliedern zur Kenntnis

Ortsrundgang mit Torsten Becker: weiter lesen...Studie über die Altstadt von Pfeddersheim von 2008: Stand heute

Bildergalerie

Das Innere der Autobahnbrücke: Pfrimmtal Autobahnbrücke